Black-Box-Konzept

 

In der IEC 61439 ist festgelegt, welche Punkte zwischen dem Hersteller der Schaltgerätekombination und dem Anwender festgelegt werden müssen. Die Schaltgerätekombination wird dabei als sogenannte „Black Box“ gesehen, deren Schnittstellen zum Umfeld in folgenden 4 Bereichen definiert sind:


Aufstellungs- und Umgebungsbedingungen:

  • Vorliegendes Netzsystem (TN-C, TN-C-S, ‚TN-S, TT, IT)

  • Verschmutzungsgrad

  • Innenraum- und / oder Freiluftaufstellung

  • Ortsfeste oder ortsveränderbare Schaltgerätekombination

  • Schutzart (IP)

  • Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV)

  • Besondere Betriebsbedingungen (z.B. extreme thermische, atmosphärische und klimatische Einflüsse, ...)

  • Äußere Bauform (offene / geschlossene Bauform, Tafelbauform, Schrankbauform, ...)

  • Schutz gegen mechanische Einwirkung (IK-Code)

  • Art des Aufbaus (Einsätze oder herausnehmbare Teile)

  • Gesamtmasse und falls erforderlich Bauteilmassen (Transport)

  • Abmessungen und Aufstellungsart (Freistehend, Wandaufstellung, Anreihung, …)

Netzanschluss:

  • Bemessungsspannung der Schaltgerätekombination Un

  • Bemessungsfrequenz fn

  • Bemessungsbetriebsspannung Ue

  • Maßnahme zum Schutz gegen elektrischen Schlag (Schutzklasse)

  • Bemessungsstrom der Schaltgerätekombination InA

  • Bemessungsstoßspannungsfestigkeit Uimp

  • Bemessungsstoßstromfestigkeit Ipk

  • Bemessungskurzzeitstromfestigkeit Icw

  • Bedingter Bemessungskurzschlussstrom Icc

  • Anzahl und Art der Zuleitungen (Einleiter- oder Mehrleiterkabel, Querschnitt, Leitermaterial, Anschlussart)

Stromkreis und Verbraucher:

  • Bemessungsisolationsspannung Ui

  • Bemessungsstrom des Stromkreises InC

  • Bemessungsbelastungsfaktor RDF

Bedienen und Warten:

  • Vorgesehenes Bedienpersonal (Fachkraft, Laie)

  • Gerätebetätigung (z.B. hinter Tür, von außen, …)

  • Türverschluss (Knebel, Griff, mit oder ohne Schloss, …)


Die Umsetzung der definierten Schnittstellen liegt in der Verantwortung des Herstellers.