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WinCC OA Newsletter 5/2016

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SCADA System senkt Betriebskosten von Telekommunikations-Basisstationen im Libanon

Der Druck auf die Telekommunikations-Infrastruktur nimmt mit der steigenden Personenzahl, die kabelgebundene und kabellose Kommunikation im Alltag nutzen, zu. Die Telekommunikations-Basisstationen sollten noch leistungsfähiger werden, während zugleich deren Betriebskosten gesenkt werden sollten. Dies kann eine echte Herausforderung darstellen, insbesondere in ländlichen und dünn besiedelten Regionen, wo ein gut entwickeltes Versorgungsnetz fehlt und der nächste Servicetechniker weit weg ist. Es gibt viele Ansätze, wie man den Betrieb verbessern und die Kosten reduzieren kann, wie beispielsweise die Nutzung neuerer, energieeffizienterer Ausrüstung und integrierter Netzführungssysteme. Damit kann die Energie noch effizienter genutzt werden. Diese Ansätze funktionieren zwar sehr gut bei neu zu errichtenden Standorten, aber bei bestehenden Standorten können solche Investitionen allerdings viel schwerer zu rechtfertigen sein, da es hierbei um das Ersetzen bestehender, gut funktionierender Ausrüstung geht.


Das Projekt wurde zur Gänze mit dem SCADA System SIMATIC WinCC Open Architecture realisiert. Es macht sich die vorhandene Telekommunikations-Infrastruktur zunutze, um die auf dem Gebiet des Libanon verteilten Fernsprechzentralen mit dem Hauptsitz im zentralen Beirut zu verbinden. Indem das System visualisiert wann, wie und ob die Ausrüstung in Betrieb ist, wird der Betrieb erheblich verbessert und die Betriebskosten an bestehenden Standorten reduziert. Dank dieser Lösung können bessere Entscheidungen hinsichtlich der Standortwartung getroffen werden und bei Bedarf Maßnahmen ergriffen werden. Nachfolgend finden Sie einige Beispiele, die veranschaulichen, wie der Zugang zu Informationen dabei helfen kann, bessere Entscheidungen zu treffen und die Betriebskosten zu reduzieren:

Energiemessung – der Schlüssel zu richtigen Entscheidungen
Durch intelligente Wirkverbrauchszähler erhält man einen Überblick, wieviel Energie jede Komponente des BTS-Systems verbraucht. Mit einem Wechselstromzähler kann beispielsweise direkt hinter der Stromversorgung und einem Gleichstromzähler, welcher den Verbrauch bei der Telekommunikations-Last misst, die Energieeffizienzkennzahl (EER, Energy Efficiency Ratio) berechnet werden. Darüber hinaus können Wirkverbrauchszähler bei einzelnen Ausrüstungskomponenten angebracht werden, wie zum Beispiel bei einer Klimaanlage, um zu sehen, wie gut diese funktioniert und wann diese zu warten ist.

Servicearbeiten nur bei Bedarf
Damit Ausrüstungskomponenten an einem Telekommunikations-Standort (wie zum Beispiel Klimaanlagen, Diesel-Stromaggregate, usw.) zuverlässig funktionieren, müssen diese regelmäßig gewartet werden. Die Wartung an Telekommunikations-Standorten wird oft nach einem vorab definierten Servicezeitplan durchgeführt. Da Standortbesuche kostspielig sind, können die Servicekosten gesenkt werden, indem ein Service-Team nur an jene Standorte entsendet wird, die tatsächlich gewartet werden sollen. Hierbei besteht die Herausforderung zu wissen, wann eine Wartung an welchem Standort notwendig ist. Durch eine Analyse der einzelnen Komponenten über Fernzugriff, kann der Status besser interpretiert werden und die Servicearbeiten vor Ort noch effizienter geplant werden.

Verlängerte Lebensdauer von Batterien
Batterien haben eine beschränkte Lebensdauer, welche primär davon abhängt, wie diese betrieben werden, sowie von der Umgebungstemperatur, in der sie betrieben werden. Liegt die  Temperatur nur ein paar Grad über oder unter der optimalen Betriebstemperatur, verkürzt sich die Lebensdauer der Batterien drastisch. Da Batterien kostenintensiv sind, gibt es hier ein beträchtliches Einsparungspotential. Um die Temperatur am Standort zu regulieren, wird normalerweise ein Gebläselüfter zusammen mit einer Klimaanlage installiert. Schwankungen der Außentemperatur, Ausfall der Geräte oder einfach eine nicht ordentlich geschlossene Tür wirken sich auf die Temperatur am Standort aus, wodurch ein unnötiger Energieverbrauch entsteht. Eine Temperaturaufzeichnung an jedem Standort sowie die Überwachung und Konfiguration der Solltemperaturwerte mittels Fernzugriff sorgt für optimale Betriebsbedingungen im Inneren der BTS und verlängert die Lebensdauer der Batterien.

Zuverlässigkeit von Diesel-Stromaggregaten
Diesel-Stromaggregate werden an Telekommunikations-Standorten oft als Backup-Stromversorgung eingesetzt. In ländlichen Regionen muss man oftmals ohne den Luxus eines zuverlässigen Versorgungsnetzes auskommen. Dann fungiert das Diesel-Stromaggregat als Hauptenergiequelle, die gelegentlich mit erneuerbaren Energiequellen wie Wind- oder Solarenergie kombiniert wird. Die meisten Aggregatausfälle können durch Analyse der Grundbetriebsparameter wie Treibstoffmenge, Batterieladezustand, Öldruck und Kühlmitteltemperatur vermieden werden. Die Stromaggregate werden normalerweise in bestimmten Zeitintervallen gewartet, wie beispielsweise nach einer bestimmten Anzahl von Betriebsstunden. Über Fernzugriff ist die Anzahl der Betriebsstunden ersichtlich. Damit kann einfach entschieden werden, wann ein Servicetechniker zu einem Standort zu entsenden ist. Ein gut gewartetes Aggregat funktioniert besser und zeichnet sich durch geringere Kosten aus, während ungeplante Betriebsunterbrechungen oft mit erheblichen Kosten verbunden sind.

Minimierung von Treibstoffdiebstahl
Treibstoffdiebstahl kann ein ernstes Problem darstellen und Berichten zufolge verschwinden in manchen Regionen sogar bis zu 42 % des Treibstoffs, bevor dieser verwendet wird. Den Treibstoffdiebstahl komplett abzuwenden, könnte etwas schwierig sein, da Treibstoff oft nach und nach gestohlen wird – beim Transport, während des Auftankens oder an der Telekommunikations-BTS. Es kann allerdings ein Fern-Überwachungssystem eingesetzt werden, welches mit einem Treibstoff-Sensor verbunden ist, um sicherzustellen, dass beim Auftanken die richtige Treibstoffmenge geliefert wird. Durch den Einsatz eines intelligenten Mengensensors kann man die Treibstoffmenge im Tank überwachen. Der Treibstoff-Sensor kann so kalibriert werden, dass  ein voller Tank erkannt wird, somit ist sichergestellt, dass der Tank wieder ordentlich befüllt wurde. Ein guter Treibstoffmengen-Sensor kann Abweichungen von bis zu 3 bis 5 Liter erkennen. Eine ungewöhnliche Abnahme der Menge kann erkannt werden und somit ein Hinweis auf Treibstoffdiebstahl geliefert werden. Durch ein Überwachungssystem mit Fernzugriff, das auch Alarme unterstützt, wird eine Benachrichtigung gesendet, sobald ein Diebstahl stattfindet.


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