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Modernst ausgestattete Leitzentrale und Tunnel in Bosnien-Herzegowina

Zur Sicherung eines einzigartigen Verkehrsnetzes in Europa wurde ein europaweites Netz aus zehn Hauptverkehrskorridoren definiert. Hauptziel dieser Initiative war es, eine Korridorvereinbarung mit gemeinsamen Standards, technischen Elementen, Verkehrsparametern und Servicegraden zu schließen.

Einer dieser paneuropäischen Verkehrskorridore ist der Vc, der als Seitenkorridor vom PEVK V Kiew - Venedig von Budapest nach Süddalmatien führt. Er besteht aus drei Zweigen, wobei ein Zweig der europäischen Route von Budapest nach Ploče über Osijek und Sarajevo mit Anschluss an Korridor X auf der Route von Zagreb nach Belgrad folgt.


Der längste Abschnitt in diesem Korridor ist mit seinen 335 km ein Zweig, der sich auf dem Gebiet Bosnien und Herzegowina erstreckt und im mittleren Teil hauptsächlich durch die Täler Bosniens, entlang des Flusses Neretva, durch dicht besiedelte Gebiete, Naturparks und Orte mit Kulturgütern führt. Das Projekt wird von der Regierung der Föderation Bosnien und Herzegowina stark unterstützt und soll eine bessere Anbindung des Landes an die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen Europas ermöglichen.


Entlang des Korridors liegt der Tunnel „1. Mart“ zwischen Gorica und Biljsevo. Mit fast drei Kilometern Länge ist er der längste Tunnel in Bosnien und Herzegowina und zudem einer der modernsten und am besten ausgerüsteten Tunnels. Der Tunnel wurde mit dem SCADA System BS Husky des bosnischen WinCC OA Solution Partners BS Telecom Solution d.o.o. automatisiert. Dieses System basiert auf SIMATIC WinCC Open Architecture (WinCC OA). Die Leitzentrale in Drivusa wurde ebenfalls mit BS Husky automatisiert und fungiert als Überwachungssystem für den Tunnel „1. Mart“ und für alle weiteren Tunnel in Bosnien-Herzegowina.

Das System umfasst mehrere Teilsysteme wie Verkehrsinformationssystem (Wechselverkehrszeichen, Verkehrszähler, Wetterstationen), Videoüberwachungssystem mit automatischem Störfallerfassungssystem, Telefonanlage, Brandmeldeanlage, Lüftungsanlage, Tunnelbeleuchtungsanlage, Funkanlage, Soundsystem, Wasserversorgung im Tunnel, sowie andere Tunnelunterwerke.


Die Leitwarte ist mit einer großen Videowand und zwei identischen Befehlsständen für zwei Bediener ausgestattet. Von jedem dieser beiden Plätze können sämtliche Teilsysteme im Tunnel gesteuert werden.


Über zwei parallele Kommunikationsnetze ist die Leitzentrale mit dem Tunnel verbunden. Ein Netz dient nur dem Videosystem, das andere der Verbindung mit allen anderen Teilsystemen. Beide Netze haben eine Kapazität von 1GB/s und basieren auf einer redundanten Ringtopologie über Glasfaserkabel.
Die Steuerungen im Tunnel sind SIMATIC S7-1200 SPSen, die über TCP/IP mit der Leitzentrale kommunizieren. Zur Signalerfassung von komplizierteren Systemen wie Lüftung und Beleuchtung werden SIPLUS 1214C eingesetzt.

Der bosnische WinCC OA Solution Partner BS Telecom Solutions entschied sich bei der Suche nach einem geeigneten SCADA System aufgrund der notwendigen Offenheit und Flexibilität für WinCC OA. WinCC OA bietet die Möglichkeit, unterschiedliche Systeme durch verschiedene Schnittstellen und Programmierung von kundenspezifischen Schnittstellen offen und flexibel einzubinden.
Auch die Skalierbarkeit und die Möglichkeit für zukünftige Erweiterungen sprach für WinCC OA, sind doch weitere Tunnelmodernisierungen geplant, die in das bestehende System integriert werden sollen.