SINAMICS S120 - Technologiefunktionen

Einführung

Der SINAMICS S120 bietet umfangreiche Standard – und Advanced Technology Functions, die das Einsatzspektrum der SINAMICS Antriebe deutlich erweitern. Diese Funktionen sind nicht fest und unabänderlich verbunden, sondern können an definierten Eingriffspunkten unterbrochen und neu verschaltet / verdrahtet werden. Das eröffnet Möglichkeiten zum Positionieren, zur Regelung von Prozessgrößen und speziellen Aufgabestellung sowie logische und arithmetische Verknüpfungen von Signalen in der Ablaufsteuerung und den Regelkreisen des Antriebs. Dadurch erreicht man die optimale Lösung für die geforderte Aufgabenstellung.


Einfachpositionierer (EPos)

SINAMICS S120 - Einfachpositionierer (EPos)

Der Einfachpositionierer (EPos) im SINAMICS S120 ist Bestandteil der Standard Technology Functions und bedeutet integrierte Funktionalität zum absoluten und relativen Positionieren von Linear- und Rundachsen mit Motorgeber und/oder Maschinengeber.

EPos - integrierte Positionierfunktionen

Mit den integrierten Positionierfunktionen EPos wird für eine Vielzahl von Positionieranwendungen eine zusätzliche, übergeordnete Steuerung hinfällig. Und diese integrierte Funktionalität ist auch noch äußerst flexibel: Sie funktioniert für die hochdynamische Servoregelung genauso wie für einfachere Anwendungen mit vektorgeregelten Asynchronmotoren. Bis zu 64 Zielpositionen oder Verfahrwege sowie die jeweiligen Verfahrgeschwindigkeiten können bei der Inbetriebnahme fest im Antrieb hinterlegt werden. Die Positionierung kann sowohl absolut als auch relativ vorgegeben werden. Darüber hinaus ist es aber auch möglich, diese Parameter bedarfsabhängig von einer übergeordneten SPS zu übertragen, welche durch den Baustein SINA_POS aus der Drive Library optimal unterstützt wird werden.
Selbst die fliegende Änderung von Zielpositionen und Geschwindigkeiten während einer Positionierfahrt ist möglich.

Technologieregler (PID)

SINAMICS S120 - Technologieregler (PID)

Der Technologieregler (PID-Regler) im SINAMICS S120 ist Bestandteil der Standard Technology Functions und ermöglicht einfache Prozessregelungen aller Art.
Er kann unter anderem zur Regelung des Leitungsdrucks, des Füllstands, der Temperatur, des Durchflusses, als Zugregelung oder Lastausgleich eingesetzt werden.

SINAMICS Technology Extensions (SINAMICS TEC)

SINAMICS Technology Extensions (TEC)

SINAMICS Technology Extensions (SINAMICS TEC) sind konfigurierbare Funktionen oder Technologien von Siemens, die additiv Firmware-Funktionen erweitert. Diese Technologie ist Bestandteil der Advanced Technology Functions und ist auch unter dem Namen Open Architecture Applikation (OA-Applikation) bekannt.
Siemens bietet SINAMICS TEC  für hoch performante anwendungsspezifische und zielgerichtete Aufgaben an. Zum Beispiel für Anwendungen in der Logistik mit Regalbediengeräte, bei Prüfstände, für einfache Kommunikation, sowie bei  Mehrwicklungsmotoren.

SINAMICS TEC – Konfigurierbare Erweiterungen für den Einsatz von speziellen Aufgaben

  • Mit SINAMICS TEC POLYGON (Polygonal Line) können z.B. im Bereich der Prüfstandstechnik leitwertabhängige Kennlinien auf Drehmomente- oder Drehzahlsollwerte als Profil aufgeschaltet werden, um Verbrennungsmotoren zu simulieren.
    mehr

  • Mit SINAMICS TEC SETPGEN (Setpoint Generator) steht ein zeitabhängiger Signalgenerator mit unterschiedlichen Kurvenfunktionen zur Verfügung der ebenfalls in der Prüfstandstechnik zum Einsatz kommt.
    mehr

  • Die SINAMICS TEC VIBX (Vibration Extinction) ermöglicht mit einem Führungsgrößenfilter (Sollwertfilter) die Reduzierung von mechanischen Schwingungen bei Regalbediengeräten.
    mehr

  • Die SINAMICS TEC OALINK (Open Applikation Link) bietet eine einfache Erweiterung der Control Unit CU320-2 Kommunikation über DRIVE-CLiQ an. Womit umfangreiche Daten zwischen zwei CUs bidirektional ausgetauscht werden können.
    mehr

  • Die SINAMICS TEC SERVCOUP (Servo Coupling) bietet die Möglichkeit der Kopplung von  Mehrwicklungsmotoren bzw. Segmentmotoren mit einem Geber in der Regelungsart SERVO an.
    mehr


SINAMICS Drive Control Chart (SINAMICS DCC)

SINAMICS Drive Control Chart (SINAMICS DCC) ermöglicht die Erstellung von eigenen und komplexen Technologiefunktionen auf Basis von grafischen Signalverarbeitungsplänen mit verschalteten Bausteinen. Durch die einfache grafische Projektierung kann die Gerätefunktionalität um Regelungs-, Rechen- und Logikfunktionen individuell erweitert werden.
Diese Technologiefunktion ist Bestandteil der Advanced Technology Functions und steht im SINAMICS S120 zur Verfügung.

Optimale Anpassung an die Antriebsaufgabe

SINAMICS Drive Control Charts bieten die Möglichkeit, technologische Funktionen für das Antriebssystem auf einfachste Weise frei zu projektieren. Somit erschließt sich dem Anwender eine neue Dimension der individuellen Anpassungsfähigkeit auf die spezifischen Antriebsaufgaben seiner Maschine. Mit Drive Control Charts (DCC) stehen umfangreiche Bausteine in Bibliotheken, sogenannte Drive Control Block Bibliotheken (DCB Bibliotheken) für die Projektierung zur Verfügung. Durch den DCC-Editor können die multiinstanzfähigen Bausteine grafisch per Drag & Drop zur Festlegung der Steuerungs- und Regelungsfunktionalitäten verknüpft werden. Dabei hat DCC keine Beschränkung hinsichtlich der Anzahl der verwendbaren Funktionen. Diese wird nur durch die Leistungsfähigkeit der Zielplattform begrenzt. Variablen der Drive Control Charts können als SINAMICS-Parameter veröffentlicht werden und mittels der SINAMICS BICO-Technik an beliebiger Stelle in die Regelungsstruktur eingekoppelt werden.
SINAMICS DCC ist eine Option zu der Inbetriebnahmesoftware STARTER.

Bei den DCB-Bibliotheken stehen zwei Arten für die Projektierung mit den DCC-Editor zur Verfügung: DCB Standard und DCB Extension.

Die DCB Standard ist die Standardbibliothek mit umfassender Auswahl an Regelungs-, Rechen- und Logikbausteinen und steht mit der Installation von SINAMICS DCC sofort bereit.

Die DCB Extension sind Bibliothekserweiterungen, die den Bausteinumfang durch separate Bibliotheken erweitern. Hierzu zählen die GMC und Math Extended Bibliotheken, welche als Applikationsbeispiele bereitgestellt werden.

Darüber hinaus besteht über DCB Extension die Möglichkeit eigene Bausteine in Hochsprache C/C++ für anwenderspezifische Anforderungen selbst zu programmieren. Die Programmierung und Erstellung der Bausteine als eigene Bibliothek erfolgt mit dem separaten Tool SINAMICS DCB-Studio. Dies ermöglicht dem Anwender eine effiziente Programmierung von eigenen antriebsnahmen Funktionen im Antrieb.