WinCC/Redundancy

Erhöhung der Systemverfügbarkeit

Beschreibung

Die Erhöhung der Systemverfügbarkeit durch Redundanz bei Anwendungen mit WinCC ist möglich durch den Einsatz

  • redundanter Server,

  • redundanter Kommunikationswege

  • und hochverfügbarer Steuerungen.

WinCC/Redundancy bietet Ihnen die Möglichkeit, zwei gekoppelte WinCC Einzplatzsysteme oder Server parallel zu betreiben, um sich gegenseitig zu überwachen. Für die Redundanzpartner-Server benötigen Sie jeweils eine der beiden Redundancy-Lizenzen aus dem Lieferumfang des Optionspaketes. Bei Ausfall eines der beiden Server-Rechner übernimmt der zweite Server die Kontrolle über das gesamte System. Nach der Rückkehr des ausgefallenen Servers werden die Inhalte aller Melde- , Prozesswert- und Anwenderarchive, sowie interne Variablen online abgeglichen. Insgesamt führt dieses zu einer deutlich höheren Systemverfügbarkeit. Ihre Produktion bleibt also weiter online, auch wenn ein Server einmal ausfallen sollte.

Nutzen

  • Erhöhte Systemverfügbarkeit mit lückenloser Datenintegrität

  • Automatisches Umschalten bei Ausfall eines Servers bzw. der S7- Kommunikation zum Server

  • Kontinuierliche Bedienung und Visualisierung durch automatisches Umschalten der Clients auf den intakten Server

  • Automatischer Abgleich aller Archive (Prozesswert- und Anwender-Archive), Meldeinformationen und internen Variablen im Hintergrund nach behobener Störung


Aufbau und Funktion

Im Normalfall laufen zwei WinCC Stationen bzw. Prozessdaten-Server vollständig parallel, d.h. jede Station hat ihren eigenen Prozessanschluss und verfügt über eigene Archive. Die mit den Servern verbundenen Clients können beliebig auf die Server verteilt werden, was zu einer Lastreduzierung führt. Bei Ausfall einer der beiden WinCC-Stationen übernimmt die andere die Archivierung der Meldungen und der Prozess- und Anwenderdaten. Somit ist die lückenlose Datenintegrität garantiert. Bei Client-/Server- Betrieb werden die Clients automatisch vom ausgefallenen Server auf den redundanten Partner geschaltet. Damit ist eine kontinuierliche Visualisierung und Bedienung der Anlage an jedem Bedienplatz sichergestellt.


Bei Wiederkehren des ausgefallenen Partners werden sämtliche archivierten Prozesswerte, Meldungen (inkl. Zustände, Quittierungen, Listen und Kommentare) und Daten aus dem Anwenderarchiv des Ausfallzeitraums sowie interne Variablen automatisch mit dem Partner im Hintergrund abgeglichen – ohne Einwirkungen auf die laufende Anlage. Danach stehen wieder zwei gleichwertige Server bzw. Stationen zur Verfügung. Die an die Server angeschlossenen Clients verteilen sich wieder auf ihre ursprünglichen Server-Partner. Die automatische Umschaltung auf den Redundanzpartner erfolgt nicht nur bei ausgefallenem Server, sondern auch bei einer gestörten S7-Prozesskommunikation oder bei gestörten Applikationen.

Zusätzliche Steigerung der Systemverfügbarkeit

Neben der Möglichkeit, über die Option WinCC/Redundancy zwei parallel-geschaltete Server einzusetzen, können Sie in einer WinCC-Anwendung auch die Kommunikationskanäle zur Steuerung redundant auslegen, indem zwei Kommunikationsprozessoren gesteckt und die Kommunikationswege doppelt ausgeführt warden. Durch den Einsatz hochverfügbarer SIMATIC S7 Controller kann bei Bedarf zusätzlich die Verfügbarkeit auf Steuerungsebene erhöht werden. Durch die Kombination der Systemlösungen wird ein Sicherheitskonzept geschaffen, das auch hohen Ansprüchen gerecht wird.

Lizenzen

  • Die Option WinCC/Redundancy enthält Lizenzen für die beiden redundanten Server

  • Auf jedem der beiden Server wird zusätzlich zu weiteren notwendigen Lizenzen je eine Redundancy Lizenz benötigt.


Securityhinweis

Für den sicheren Betrieb einer Anlage oder Maschine ist es darüber hinaus notwendig, geeignete Schutzmaßnahmen (z.B. Zellenschutzkonzept) zu ergreifen und die Automatisierungs- und Antriebskomponenten in ein ganzheitliches Industrial Security-Konzept der gesamten Anlage oder Maschine zu integrieren, das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Dabei sind auch eingesetzte Produkte von anderen Herstellern zu berücksichtigen. Weitergehende Informationen finden Sie unter: http://www.siemens.com/industrialsecurity