WinCC/ProAgent

Höhere Verfügbarkeit durch Prozessdiagnose

Beschreibung

Produktivitätssteigerungen werden immer häufiger durch Kosteneinsparungen erreicht. Dabei rückt zunehmend die Instandhaltung in den Blickpunkt. Hier geht es darum, Störungen schnellstmöglich zu beheben - mit möglichst geringem personellen Aufwand. Im Idealfall sollte das Bedienpersonal einen Teil der Instandhaltungsaufgaben mit erledigen. Das Bedienpersonal ist vor Ort, kennt die Abläufe und kann schnell eingreifen. Das spart Zeit und senkt Kosten. Genau hier unterstützt ProAgent insbesondere in der Automobilindustrie und im Werkzeugmaschinenbau das Bedienpersonal bei der schnellen Fehleridentifizierung.

Nutzen

  • Bestandteil von Totally Integrated Automation: Erhöhung der Produktivität, Minimierung des Engineeringaufwands, Reduzierung der Lifecycle-Kosten

  • Unterstützung bei der Fehlersuche, Erhöhung der Maschinen- und Anlagenverfügbarkeit, Verkürzung von Stillstandszeiten

  • Kein zusätzlicher Projektierungsaufwand für die Diagnosefunktionalität durch automatische Generierung der diagnoserelevanten Teile für Steuerung und HMI

  • Entlastung der Steuerung bezüglich Speicherbedarf und Programmlaufzeit

  • Kein spezielles Know-how beim Bediener erforderlich


Aufbau und Funktion

Die Prozessdiagnose mit SIMATIC ProAgent gibt bei Auftreten einer Prozessstörung Informationen zu Fehlerort und Fehlerursache und unterstützt bei der Fehlerbehebung. ProAgent ist eine auf die SIMATIC S7-300/S7-400 sowie SIMATIC WinAC optimal zugeschnittene Lösung. Es kann in Verbindung mit den STEP 7 Engineering Tools S7-PDIAG und S7-GRAPH eingesetzt werden. Das Optionspaket ProAgent beinhaltet Standardsichten, die zur Laufzeit mit prozessspezifischen Daten aktualisiert werden.

WinCC/ProAgent
Abb. Prozessdiagnose mit WinCC/ProAgent und den Step 7 Engineering Tools

Standardsichten statt Projektieren

ProAgent steht für unterschiedliche Geräte und Software-Plattformen aus dem SIMATIC HMI-Spektrum zur Verfügung: Panels und Multi Panels, WinCC flexible und WinCC. ProAgent beinhaltet Standardsichten, die auf die Anforderungen der Prozessdiagnose an einer Anlage oder Maschine abgestimmt sind. Während der Projektierung werden die für die Prozessdiagnose relevanten Daten, wie z. B. Symbole, Kommentare, Meldungstexte, in einer standardisierten Datenhaltung abgelegt. Zur Laufzeit werden die Standardbilder dann mit prozessspezifischen Daten gefüllt.

Bei SIMATIC WinCC greift ProAgent direkt auf die Engineering Daten zu und übernimmt diese in das WinCC Projekt. Die für den Diagnosebetrieb notwendigen ProAgent-Standardbilder werden in WinCC automatisch erzeugt. ProAgent und die STEP 7 Engineering Tools stellen so ein standardisiertes Diagnosekonzept für SIMATIC S7 dar. Für die Diagnosefunktionalität ist bei der WinCC Applikation somit kein zusätzlicher Projektieraufwand notwendig. Als Standardsichten stehen Meldesicht, Einheitenübersicht, Diagnosedetailsicht, Bewegungssicht und Schrittkettenbediensicht zur Verfügung.

Funktionsumfang

  • Kontextsensitiver Anstoß der Diagnose auf Basis einer Prozessfehlermeldung

  • Ausgabe der Operanden mit Symbolik und Kommentar Umschaltmöglichkeit zwischen KOP, AWL und Signalliste

  • Unterstützende Fehlerbehebung durch direkten Prozesszugriff bei Verwendung der Bewegungssicht

  • Ausgabe des gestörten Operanden direkt in der Meldung mit Adresse, Symbol und Kommentar

  • Konsistenz-Prüfung in Runtime: Über Icons werden inkonsistente Diagnoseeinheiten gekennzeichnet. So ist eine schnelle Fehlereingrenzung bezüglich der projektierten Daten in der Inbetriebnahmephase möglich.

  • Direkter, auf die jeweilige Einheit bezogener Einsprung in die Diagnosesicht aus Anwenderbildern heraus (durch die Verwendung von ProAgent Funktionen).

  • Einheiten- bzw. meldungsbezogener Einsprung nach STEP 7, z.B. KOP/AWL/FUP-Editor, S7-GRAPH, HW-KONFIG bei Systemfehlermeldungen, wird vollautomatisch unterstützt.

  • S7-GRAPH OCX zur grafischen Darstellung von Schrittketten (Übersichtsdarstellung).


Securityhinweis

Für den sicheren Betrieb einer Anlage oder Maschine ist es darüber hinaus notwendig, geeignete Schutzmaßnahmen (z.B. Zellenschutzkonzept) zu ergreifen und die Automatisierungs- und Antriebskomponenten in ein ganzheitliches Industrial Security-Konzept der gesamten Anlage oder Maschine zu integrieren, das dem aktuellen Stand der Technik entspricht. Dabei sind auch eingesetzte Produkte von anderen Herstellern zu berücksichtigen. Weitergehende Informationen finden Sie unter: http://www.siemens.com/industrialsecurity