Erweiterbar, mehrsprachig und zukunftssicher

Die Offenheit der Engineering Software äußert sich in vielerlei Hinsicht, ob es nun um individuelle Funktionserweiterung durch Scripting geht, oder den Im- und Export von Massendaten, der z. B. bei der externen Übersetzung der Projekttexte eine Rolle spielt, ob Offenheit auch Investitionssicherheit durch einfache Migration unterstützt, oder ob schließlich die Offenheit in der Kommunikation eine Simulation des Runtimeverhaltens erlaubt.

Individuelle Erweiterungen über Scripting

Im Normalfall erfolgt die Projektierung von Bildern, Verknüpfungen und dynamischen Abläufen einfach und komfortabel über Dialoge. Für individuelle, flexible Erweiterungen steht mit VB Script eine leistungsfähige und leicht erlernbare Skriptsprache auf Basis von Visual Basic zur Verfügung. Ein komfortabler Editor und Codevorlagen erleichtern das Programmieren zusätzlich, die Auto Complete-Funktion erlaubt eine schnelle Programmierung der Zugriffe auf Runtime-Objekte und eine einfache Erstellung von Kontrollsequenzen im Skript. Das Debugging ist während des Engineerings im Simulator möglich und bei Bedarf auch während der Runtime..

Für WinCC Runtime Professional besteht zusätzlich die Möglichkeit, ANSI-C Skripte zu integrieren. Die Skripte selbst haben Zugriff auf die Eigenschaften und Methoden von allen WinCC Grafikobjekten, auf ActiveX-Controls und auf das Objektmodell von Anwendungen anderer Hersteller. Damit lässt sich das dynamische Verhalten von Objekten steuern und auf einfache Weise eine Verbindung zwischen Applikationen anderer Hersteller und WinCC realisieren (z. B. Microsoft Excel und Microsoft SQL-Datenbanken).

Unterstützung mehrsprachiger Projekte

Maschinenbauer beliefern normalerweise Kunden in aller Welt. Die Lokalisierbarkeit von Bedienoberflächen ist längst ein unverzichtbares Merkmal im globalen Wettbewerb. Gleichzeitig sind auch die Kunden von Maschinen- und Anlagenbauern zunehmend multinational aufgestellt, setzen aber aus Gründen der Produktivität und Qualitätssicherung auf weltweit standardisierte Produktionsprozesse in den Werken.

Das Servicepersonal eines Maschinenherstellers betreut Anlagen in mehreren Ländern, die Möglichkeit auf eine vertraute Oberflächensprache umschalten zu können, unterstützt sowohl die Fernwartung als auch den Einsatz vor Ort. Schließlich ist es durchaus nicht mehr unüblich, dass das Bedienpersonal einer Anlage die unterschiedlichsten Sprachen unterschiedlich gut beherrscht, so dass es im Sinne der Betriebssicherheit von Nutzen ist, auf die jeweilige Muttersprache umschalten zu können. All dies sind Gründe, sich für eine HMI Software zu entscheiden, die grenzenloser Sprachvielfalt keine Grenzen setzt.

WinCC unterstützt bei der Erstellung mehrsprachiger Projektierungen in bis zu 32 Sprachen von denen je nach Zielsystem bis zu 32 zur Laufzeit umschaltbar sein können. Auch asiatische und kyrillische Zeichensätze werden unterstützt.Im Engineering erlauben umschaltbare Sichten die mehrsprachige Eingabe der Texte unmittelbar im Kontext der Projektierungsobjekte (z. B. Bedienbilder oder Alarme).Auf sprachabhängige Texte kann jedoch auch zentral zugegriffen werden. Der zentrale Projekttexteditor ermöglicht den Zugriff auf alleTexte und bietet so die Möglichkeit, die Texte komfortabel und schnell bereits im Engineeringsystem zu übersetzen. Alle Sprachversionen einer HMI Applikation können in einem Projekt realisiert werden, Änderungen des Projektes sind sofort in allen angelegten Sprachen aktuell.

Über eine Import- und Exportschnittstelle mit dem offenen Format XLSX (wird auch von Microsoft Excel unterstützt) können die Projekttexte auch im Unicode außerhalb des Engineeringsystems mit externen Tools weiterbearbeitet werden, z. B. für die Übersetzung durch einen Dienstleister. Dieses ist speziell dann interessant, wenn ein weltweit exportierender Maschinenbauer sein WinCC-Projekt in asiatische Bildsprachen (z. B. Chinesisch, Taiwanesisch, Koreanisch, Japanisch) übersetzen lassen möchte.Landesspezifische Eigenheiten gibt es jedoch nicht nur bei Texten. Vielfach besteht die Notwendigkeit, auch Grafiken an landesspezifische Rahmenbedingungen anzupassen, die etwa die Verwendung bestimmter Farben ausschließen, oder auf regional etablierte Bediensymbole Rücksicht nehmen. Aus diesem Grunde unterstützt auch die zentrale Grafiksammlung des Systems die Verwaltung mehrsprachiger Grafiken.

Investitionssicherheit durch Übernahme von Projektierungsdaten

Einmal gefundene Lösungen, mit viel Know-how und Aufwand erstellte Projektierungen und Applikationen gehören zu den wertvollsten Gütern von Maschinen- und Anlagenbauern oder Systemintegratoren. Investitionssicherheit bedeutet daher, dass eine Innovation der Engineeringsoftware, so tiefgreifend und revolutionär sie auch sein mag, niemals dazu führen darf, dass Kunden ihre Engineeringleistung nicht mehr nutzen können. SIMATIC Software wurde schon immer so entwickelt, dass eine Migration im größtmöglichen Umfang bei geringstmöglichem Aufwand gewährleistet ist.

Migration von Projekten der WinCC Familie
Mit WinCC im TIA Portal ist es möglich, WinCC flexible Projekte, die in der Version WinCC flexible 2008 SP2 vorliegen, zu migrieren. Nach der Migration stehen die Engieneeringdaten in WinCC zur Verfügung. Ebenso ist es möglich, die Runtimedaten wie Archive und Meldungen bei der Migration zu übernehmen. Nach einer Migration ist somit die Historie einer laufenden Anlage nicht verloren.
Für Projekte, die mit WinCC V7 erstellt wurden, wird es in einer künftigen Version von WinCC im TIA Portal einen Konverter gebenI

Import / Export von Massendaten
Daten wie HMI Variablen, Meldungen und Textlisten, deren Konfigurationsdaten bereits definiert vorliegen, können leicht in TIA Portal Projekte importiert werden. Hierüber lassen sich einfach HMI-Konfigurationsdaten erzeugen. HMI-Variablen und Meldungen können ebenfalls exportiert werden. Als Format für Import / Export wird hier das OpenOffice XML verwendet, das von verschiedenen Anwendungen angeboten wird.

Import / Export von Texten
Texte, die im Projekt in der gemeinsamen Textbibliothek abgelegt wurden, können ebenfalls exportiert werden. Dies ist hilfreich, um sie unabhängig von der Engineeringsoftware zu übersetzen. Das Format der exportierten Daten ist ebenfalls OpenOffice XML, ein offener Standard. Beim Export der Texte wird die Verwendungsstelle wie beispielsweise der Name des entsprechenden Bildes oder der Meldung mit exportiert, so dass der Text kontextabhängig übersetzt werden kann. Nach der Übersetzung kann die XML-Datei in das TIA-Portal-Projekt importiert werden und die übersetzten Texte stehen in den Projektierungsdaten zur Verfügung.

Runtime simulation

Simulationssysteme können die Entwicklung von Programmen und auch den produktiven Einsatz wirkungsvoll unterstützen. Eine simulierte Testumgebung, einschließlich Steuerung und Prozess, verkürzt z. B. Inbetriebnahmezeiten und verringert damit Kosten. Je nach Projektfortschritt, zu testender Funktionalität und Grad der Integration stehen drei Arten der Simulation zur Verfügung.

  • HMI-Variablensimulation mit Variablentabelle
    Das Testen der Projektierung ohne angeschlossene Steuerung oder ohne laufenden Prozess über den Variablensimulator prüft ein HMI-Projekt aufwandsarm auf innere Konsistenz. Im Simulator werden die projektierten Variablen simuliert; stimmen beispielsweise die projektierten Farbumschläge zum Werteverlauf einer Variablen? Während der Simulation können die projektierten Variablen manipuliert, aktiviert und deaktiviert werden. Der Simulator stellt hierfür verschiedene Simulationsarten (Sinus, Zufall, Inkrement,…) zur Verfügung

  • HMI-Projektsimulation mit simulierter Steuerung (PLCSIM)
    Zum Testen des Zusammenspiels einer WinCC Projektierung mit der PLC kann das Projekt auf dem Engineering PC in Verbindung mit einer simulierten Steuerung (PLCSIM) geprüft werden. Die Prozessvariablen werden dabei direkt mit den Werten des simulierten PLC Programms versorgt..

  • HMI-Projektsimulation mit angeschlossener, realer Steuerung
    Den größten Grad der Integration und Realitätsnähe bietet die Simulation einer WinCC Projektierung in Kommunikation mit einer realen Steuerung. In diesem Fall verbindet sich die WinCC Simulation über z. B. PROFIBUS, Ethernet oder PROFINET direkt mit der PLC in der Anlage. Die Prozessvariablen werden dabei direkt mit den Werten des realen Prozesses in der Anlage versorgt.